Öko-Balance löst alle Umweltprobleme
 
Vor 50 Jahren war Umweltschutz noch kein weltbewegendes Thema. Die Umweltschützer wurden zu jener Zeit noch belächelt.
 
Mindestens seit der grossen UNO-Umweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro hat sich das geändert. Die meisten Leute und vor allem die Politiker und die Medien wissen jetzt, dass die Umwelt uns verschiedene Probleme beschert.
 
So hat auch die Schweiz in Rio mit ihrer Unterschrift den Willen bekundet, die Nachhaltigkeit anzustreben. Der WWF und sechs weitere Umweltschutzorganisationen gaben darauf dem Büro INFRAS den Auftrag, zu eruieren, wie der Stand der ökologischen Nachhaltigkeit in der Schweiz sei. Resultat: 5,6 fache Überlast.
 
            Die Schweizer hatten damals fast
Im Land sechsfache Überlast.
Auf diesem Stand ist man noch heute,
Doch statt man das jetzt auch bereute,
Macht man Vertuschungspolitik
Und ignoriert, dass die Physik
Uns diese Lektion gelehrt,
Dass Überlast Kollaps beschert.
 
Um das ökologische Gleichgewicht wieder zu erreichen, ist es nötig, die Umweltproblematik ganzheitlich zu erfassen und nach Lösungen zu suchen, die alle Umweltprobleme beinhalten und nicht nur kurzfristig wirken. Leider werden von den Politikern und vielfach auch von den Medien meistens nur einzelne Umweltprobleme ins Auge gefasst und dann kurzfristige Lösungen propagiert, die zum Teil wieder andere Umweltprobleme schaffen.
 
Die umfassende Lösung wäre ja eigentlich seit Rio bekannt. Sie lautet: Nachhaltigkeit, oder verständlicher ausgedrückt: ökologisches Gleichgewicht.
 
            Die Öko-Balance ging verloren,
Denn das Produkt der zwei Faktoren:
„Pro Kopf Verbrauch“ mal „Menschenzahl“
Stieg viel zu stark - es ist fatal.
Jetzt tut ein Reduziergebot
Bei diesen zwei Faktoren not.
 
Wäre die Schweiz (und auch diverse andere Länder) gewillt, ihr Versprechen zu halten, dann hätte sie sich vor 15 Jahren gefragt, welchen Weg sie einschlagen müsste, um das Öko-Gleichgewicht zu erreichen. Und hätte sie diesen Weg dann auch eingeschlagen, wären viele Umweltprobleme bereits entschärft.
 
Die möglichen Lösungen um das Öko-Gleichgewicht zu erreichen, können aus folgender Formel abgeleitet werden.
                                                           G = Gesamtbelastung
            G = E x B                 E = Einzelbelastung (durchschnittlich)
                                                           B = Bevölkerungszahl
Um das Öko-Gleichgewicht zu erreichen, muss die Gesamtbelastung G 5.6-mal verkleinert werden. Viele Leute glauben, die durchschnittliche Belastung pro Person E könne beliebig gesenkt werden. Leider ist das nicht möglich. Selbst beim sehr optimistischen ETH–Projekt der 2000-Watt-Gesellschaft würde die Einzelbelastung und damit auch die Gesamtbelastung nur 3-mal kleiner. Die Öko-Balance kann also nur erreicht werden, wenn gleichzeitig die Bevölkerung B 1,87-mal kleiner würde. Diese wichtige Tatsache wird leider auch von vielen Umweltschutzorganisationen ignoriert. Dies ist mit ein Grund, weshalb die Umweltprobleme, trotz grosser Anstrengungen beim Umweltschutz, nicht ab-, sondern zunehmen!
 
Wie aber können wir unsere Bevölkerungszahl absinken lassen?
 
Heute leben in der Schweiz 7,5 Millionen Einwohner. Dank der niederen Geburtenrate, die kleiner als 1.5 ist, würde die Einwohnerzahl in rund 70 Jahren ohne Einwanderungsüberschuss auf rund 4 Millionen absinken. Da pro Jahr rund 80'000 Leute auswandern, könnte ohne weiteres die gleiche Anzahl einwandern, ohne die langsame Abnahme zu stören. Wir könnten also ohne weiteres unsere humanitären Verpflichtungen wahrnehmen und auch wissenschaftlichen und professionellen Austausch zulassen. Arbeitskräfte, die wir in unser Land holen, stellen zurzeit den mit Abstand grössten Anteil der Einwanderer. Würden wir auf quantitatives Wachstum verzichten und uns auf qualitatives Wachstum beschränken, wären diese Einwanderer nicht nötig.
 
            Beim Wachstum sollte man’s erfassen
Und nur die Qualität zulassen;
Denn Quantität macht schlimmer nur
Die Überlastung der Natur.
 
An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die ganze Problematik auch weltweit betrachtet werden muss. Familienplanung in geburtenreichen Ländern täte nicht nur aus ökologischen Gründen Not, sondern auch um diesen Ländern aus der Armut heraus zu helfen und den Migrationsdruck zu mildern. Die grossen schweizerischen Entwicklungszusammenarbeits-Organisationen könnten hier durchaus positiv wirken. Wenn nur schon die jährlich rund 80 Millionen ungewollter Schwangerschaften vermieden würden, wäre schon viel erreicht.
 
Bei Bevölkerungsverminderung (auch wenn sie langsam vor sich geht) würden unsere Strassen, die öffentlichen Verkehrsmittel und die Wohnbauten genügen. Das erforderte bei der Bauwirtschaft schmerzhafte Anpassungen. Deshalb schimpfen auch viele Politiker und Umweltorganisationen lediglich über den Umstand, dass in der Schweiz jede Sekunde 1m2 Land verbaut wird, unternehmen aber nichts wirklich Wirksames dagegen. Langfristig denken und handeln zahlt sich eben vor allem für Politiker nicht aus, denn da sie wieder gewählt werden wollen, müssen sie kurzfristige Erfolge vorweisen können. Jedoch
            Langfristig denken würd’ sich lohnen,
            Man tät die Umwelt besser schonen.
Ein weiteres Problem beim Absinkenlassen der Bevölkerung ist die Altersvorsorge. Hier machen uns diverse Politiker Angst, da sich das Verhältnis zwischen werktätiger Bevölkerung und Rentnern ungünstig entwickle. Dabei muss man das Verhältnis zwischen werktätiger und nicht werktätiger Bevölkerung vergleichen; dieses bleibt auch bei abnehmender Bevölkerung konstant. Da „Junge“ eher mehr kosten als „Alte“, bräuchte es lediglich eine Umlagerung der Gelder. All diese Probleme sind lösbar.
 
Die Probleme jedoch, die auf uns zukommen, wenn wir noch länger auf Überlast fahren, sind in ihrem Ausmass nicht mehr abzuschätzen.
So anspruchsvoll es auch ist, die Öko-Balance zu erreichen, wir würden reichlich belohnt und im Parlament wären die meisten Probleme, um die heute gerungen wird, hinfällig. Darum möchte ich zum Schluss in heiterer Versform all die Vorteile aufzählen, die uns die Öko-Balance bescheren würde:
           
            Natur tät nicht mehr kollabieren.
            Wir könnten unsre Angst verlieren.
 
Auch würde nicht, wohin man schaut,
So vieles restlos zugebaut.
 
Die extensive Landwirtschaft
Fürs Erdreich dann Erholung schafft.
 
Ressourcen, nicht erneuerbare,
Reichten unendlich viele Jahre. *1)
 
Der grosse Energieverbrauch,
Der senkte sich sehr drastisch auch.
S’ Problem wär’ aus der Welt geschafft,
Mit Sonnen-, Wind- und Wasserkraft. *2)
Wir lebten glücklich, wären froh,
Ohne das Kernkraft-Risiko.
 
Die Feinstaubgrenzwertüberschreitung
Ständ’ nicht mehr dauernd in der Zeitung.
 
Und schliesslich würde es noch nützen,
Als Beitrag s’ Klima zu beschützen,
 
Die Seen würden stark verjüngt;
Sie würden nicht mehr überdüngt.
 
Zudem könnte das Artensterben,
für uns nicht mehr gefährlich werden.
 
Auch in der Luft zu viel Ozon,
Wär’ nicht mehr unser Angstsyndrom.
 
Natur die müsste nicht mehr Leiden.
Die Lebensqualität würd’ steigen.
 
Kurz: Öko-Balance würd’ sich lohnen
Für alle Generationen.
 
*1) Siehe Hans Christian Binswanger im Schweiz. Energiestiftung Report 16 vom 16.4.1999
*2) Gemäss Bundesamt für Energie kommen 16,4% des Verbrauchs aus erneuerbaren
     Energien. Wären wir in Öko-Balance, würde das bis auf 1,5% heute schon genügen.
 
 
Wann endlich bringen wir unser Gesellschaftsschiff vom Wachstumskurs ab
auf einen Kurs Richtung Öko-Balance?
Ohne diese Kursänderung nehmen auch die kurzfristigen Probleme ständig zu.
 
                                                           Markus Zimmermann-Scheifele, 6047 Kastanienbaum, 30. 8. 2007
copyright © 2007 Markus Zimmermann